Als PTA in Paris

Praktikum n einer französischen Krankenhausapotheke

 

von Anna Gubareva, Klasse O19, PTL Castrop-Rauxel, veröffentlicht in: PTAheute, Heft 4, 2005

 

Die Entscheidung, zwei Wochen als Praktikantin in Paris zu arbeiten, viel mir nicht schwer. Ich war sehr daran interessiert, die Erfahrung zu machen in einem anderen Land mit meinem Beruf zurecht zu kommen, zumal uns allen durch die Europäische Union alle Wege fürs Ausland offen stehen. Natürlich hat es mich auch gereizt mein Französisch etwas aufzufrischen, vor allem in meinem Arbeitsgebiet als PTA.

Einen Praktikumplatz in einer Krankenhausapotheke in Paris zu finden war alles andere als einfach, doch die Mühe der unzähligen Bewerbungsschreiben hatte sich am Ende doch gelohnt.

Ich habe tatsächlich eine Praktikumstelle in einem der 39 Krankenhäuser in Paris bekommen. Das Krankenhaus, das den Namen von Nicolas Beaujon trägt, war 1784 zunächst ein Waisenhaus und wurde erst viel später ein Krankenhaus, das im Jahre 1935 die ersten Patienten empfing.  

Das Krankenhaus Beaujon

Im Krankenhaus Beaujon bin ich auf einen sehr zuvorkommenden Menschen gestoßen, nämlich den Direktor des Krankenhauses, Jean Rougemont, der mir ein Schwesternzimmer als Unterkunft anbot und mich in meine Arbeit und das Umfeld best möglich einwies.

In der Krankenhausapotheke fand ich eine sehr gute Arbeitsatmosphäre zwischen den Angestellten vor. Sie zeigten großes Interesse an meiner Herkunft und bemühten sich stets, mich in die Arbeit zu integrieren und mir alles zu erklären.  

Das Apothekenteam mit Anna Gubareva (4. von links)

Die erste Arbeitswoche nutzte ich dazu, um von jedem Arbeitsgebiet einen Einblick zu bekommen.

Ich lernte das Zusammenstellen der Medikamente (manuell, sowie auch am Computer) für jede einzelne Abteilung des Krankenhauses, wobei ich mir die französischen Namen der Medikamente einprägen konnte. Ich war sehr erleichtert zu sehen, dass ein Großteil der Medikamente fast die gleichen Wirkstoffnamen trugen wie bei uns in Deutschland. Als ich Benzodiazépines, Barbituriques, Paracétamol, Phénytoine las, fühlte ich mich dann doch wieder ein wenig wie zu Hause.

Bei der Herstellung der größtenteils toxischen Arzneimittel in dem abgetrennten, sterilen Bereich der Apotheke konnte ich die genauen Dosierungen der Giftstoffe mit überprüfen.

Besonders gefallen an meiner Arbeit in der Krankenhausapotheke hatte mir aber  die Arzneimittelherstellung. Hier wurde mir alles von einem sehr netten Kollegen, Xavier, der eine jahrelange Berufserfahrung in diesem Krankenhaus hat, erläutert und gezeigt. Ich konnte auch sehr schnell die Herstellung eigenständig ausführen, nur bei den komplizierten Einträgen in verschiedene Herstellungsprotokolle ging mir Xavier etwas zur Hand.

  Einen Tag lang arbeitete ich auch in einem anderen Gebäude, der Sterilisation der medizinischen Geräte, in denen jedoch die riesigen modernen Sterilisationsmaschinen fast die ganze Arbeit erledigten.  

Anna mit Pharmacien-chef Madame Martine Sinegre

  In der zweiten Woche war alles schon viel leichter und vertrauter. Wenn man das Kollektiv und seinen Arbeitsplatz kennt, fühlt man sich um einiges wohler!

  Ich denke ich hatte Glück, so viele nette Menschen getroffen zu haben. In einem fremden Land ist es sehr wichtig Menschen zu finden, mit denen man lachen und Spaß haben kann, denn sonst macht auch die Arbeit keinen Spaß.

  Insgesamt war es für mich eine tolle Erfahrung, ich würde auch jeder Zeit wieder ins Ausland fahren, um dort zu arbeiten. Natürlich muss man auch bereit sein in ein neues Leben für einige Zeit zu tauchen, doch es lohnt sich auf alle Fälle!

 

      zurück